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2.9. Seelsorge und
Masturbation
In der heutigen Zeit werde die Masturbation
sehr oft verharmlost und nicht mehr als Verstoss gegen die sittliche Ordnung
dargestellt. Dabei stellen Soziologie und Psychologie die Masturbation als eine
normale Erscheinungsform geschlechtlicher Entwicklung dar. Die vorsätzliche
Selbstbefriedigung, die nicht mehr zur Vereinigung zweier Personen verschiedenen
Geschlechts diene, sei jedoch sehr wohl schwere Sünde. Denn der
Geschlechtsakt ist das eigentliche Ziel der Sexualität. Diese Vorstellungen
entsprechen jedoch nicht denen der katholischen Kirche. Auch wenn neue
biologische und philosophische Erkenntnisse etwas anderes besagen so stellten
die Moralvorstellung der Christen die Masturbation doch immer als eine
ordnungswidrige Handlung dar. Die Masturbation entspreche nicht dem ehelichen
Gebrauch der Geschlechtskraft. Die reguläre geschlechtliche Beziehung, die
lediglich in der Ehe ausgeübt werden dürfe, ist die einzige sittlich
korrekte Form der Sexualität. Es ist zwar nicht möglich die
Masturbation als verwerfliche Handlung an der Bibel zu belegen, jedoch stellt
die kirchliche Überlieferung die Masturbation im neuen Testament als
„unrein“ und „schamlos“ dar. Die Ursachen der sittlichen
Dekadenz sei in der Kommerzialisierung der Sexualität zu suchen.
Grenzenlose Freizügigkeit in Zeitschriften und TV führten zum Verlust
jeglichen Schamgefühls.
2.10. Grundentscheid und schwere
Sünde:
Nicht wirklich gläubige Christen stellten
die Treue zum Sittengesetz im Bereich der Geschlechtlichkeit in Frage. Die
Schwere solcher Sünden versuchen die Menschen dabei völlig zu leugnen,
beziehungsweise zu verharmlosen. Die schwere Sünde entstehe aus der
formellen Ablehnung gegenüber Gott, nur durch Widerstand gegen die Gesetze
Gottes kommt es zur Grundentscheidung, die den Menschen vollkommen beansprucht,
befähigt ihn zu einer Todsünde. Die
peripheren→ ,
geschlechtlichen Handlungen geschehen oft aus einer Gewohnheitshaltung heraus
und führten nicht zu einer Änderung der Grundentscheidung. Eine
Änderung der Grundentscheidung zu Gott ereigne sich im Bereich des
Geschlechtlichen viel schwerer als in anderen Lebensbereichen, da die
Überschreitungen aus Leidenschaft, Schwäche oder mangelnder Reife
geschehen und nicht genügend reflektiert seien. Eine einzige der
unsittlichen Handlungen genügt um eine schwere Sünde zu
begehen.
Die schwere Sünde besteht,
Die sittliche Ordnung
beruht auf dem “Doppelgebot der Liebe“
→ ,
das Doppelgebot umfasst alle übrigen Einzelgebote. Der Mensch sündige
nicht nur wenn die Sünde aus der direkten Verachtung Gottes hervorgeht,
sondern auch wenn er bewusst und freiwillig ein Gebot übertritt. Die
sittliche Ordnung der Sexualität habe oft so grosse Bedeutung, dass die
kleinste Überschreitung schon schwerwiegende Folgen habe. Die Schwierigkeit
geschlechtliche Verfehlungen mit Umsicht zu bewerten, soll jedoch kein
Freischein für sündhafte Handlung im Bereich des Geschlechtlichen
sein. Auch hier kann man schwere Sünden begehen. Die Pastoren und
Seelsorger dürfen bei der Beurteilung jedoch nicht die Gebote nach belieben
interpretieren.
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